Lesen bleibt Zukunft
Die neue FOU-Ausgabe „Kinder- und Jugendbuch“
KI, Smartphones, Algorithmen und mittendrin das gute alte Buch. Brauchen Kinder in einer zunehmend digitalen Welt überhaupt noch gedruckte Geschichten? Wir finden: vielleicht mehr denn je. Deshalb widmet sich die neue Ausgabe unseres FOU Buchmagazins wieder dem Kinder- und Jugendbuch, dem Bilderbuch und vor allem der Leseförderung.
„Das macht doch jetzt alles die KI.“ Diesen Satz hören wir bei unseren Schulbesuchen inzwischen immer häufiger. Doch wenn wir mit unserer LiteraTOUR und einem Bus voller Bücher an einer Schule ankommen, erleben wir etwas, das so gar nicht dazu passen will: Kinder und Jugendliche beginnen zu blättern, zu suchen und miteinander über Bücher zu sprechen. Geschichten werden entdeckt, Bilder betrachtet, Bücher herumgereicht. Plötzlich ist sie da – die Neugier auf das Lesen.
Warum Lesen gerade jetzt wichtig ist
Lesen bedeutet weit mehr, als Buchstaben und Wörter zu erfassen. Beim Lesen entstehen eigene Welten. Aus Worten werden Bilder im Kopf, Figuren bekommen Gesichter und unbekannte Orte nehmen Gestalt an. Geschichten ermöglichen es Kindern und Jugendlichen außerdem, andere Perspektiven einzunehmen und sich in Menschen, Situationen und Lebenswelten hineinzuversetzen. Diese Vorstellungskraft kann uns keine KI abnehmen.
Natürlich gehören digitale Medien und künstliche Intelligenz längst zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, sich sicher und selbstbestimmt darin zu bewegen. Gleichzeitig brauchen sie Räume, in denen sie ganz in eine Geschichte eintauchen können – ohne Benachrichtigungen, den nächsten Link oder einen Algorithmus, der bereits den nächsten Inhalt vorschlägt.
Bücher müssen sichtbar und erreichbar sein
Bei unseren Besuchen erzählen uns Kinder immer wieder, dass es zu Hause kaum noch Bücher gibt. Das stimmt uns nachdenklich. Denn für die Freude am Lesen sind gerade die zufälligen Begegnungen wichtig: ein Buch, das im Regal steht, auf einem Tisch liegt oder von jemand anderem weitergereicht wird. Ein Buch, das sichtbar ist und einfach darauf wartet, geöffnet zu werden.
E-Books können das Lesen selbstverständlich ergänzen. Auf dem Bildschirm konkurriert das Buch allerdings schnell mit Spielen, Videos, Chats und dem Internet. Das gedruckte Buch verlangt nichts und lenkt nicht ab. Es ist einfach da. Gerade bei Jugendlichen möchten wir deshalb auch neue Wege gehen, um Lust auf Geschichten zu machen. Mit Projekten wie einem Podcast oder einem Speeddating mit Büchern verbinden wir unterschiedliche Medien und Formate mit der Freude am Entdecken.
Leseförderung heißt: Möglichkeiten schaffen
„Du musst mehr lesen“ – so entsteht vermutlich nur selten echte Begeisterung für Bücher. Leseförderung bedeutet für uns vielmehr, Orte und Gelegenheiten zu schaffen, an denen Kinder Bücher selbst entdecken können: in Schulen und Kindergärten, in Bibliotheken und Buchhandlungen und natürlich zu Hause.
Genau darum geht es auch in der neuen Ausgabe von FOU „Kinder- und Jugendbuch“. Wir beschäftigen uns mit Leseförderung, stellen Bilderbücher sowie Kinder- und Jugendbücher vor und möchten Menschen erreichen, die Kindern Geschichten näherbringen. Deshalb verteilen wir die Ausgabe auch wieder an Schulen, Kindergärten und Bibliotheken.
Unsere LiteraTOUR zeigt uns immer wieder: Kinder interessieren sich für Bücher, wenn sie die Möglichkeit bekommen, sie zu entdecken. Vielleicht ist das eine unserer wichtigsten Aufgaben in einer Welt voller KI, Smartphones und Algorithmen: Kindern Geschichten an die Hand zu geben, mit denen sie ihre eigenen Bilder im Kopf entstehen lassen. Geschichten, die neugierig machen, neue Perspektiven eröffnen und die eigene Vorstellungskraft stärken.
Denn Lesen ist nicht von gestern. Lesen bleibt Zukunft.
Viel Freude beim Entdecken der neuen Ausgabe!
Christiane Köhn-Ladenburger & das FOU-Team







Intagram